Autobiografie einer Zeugin von M. Winter

Nach einer wahren Begebenheit. Der oder die Zeugin ist derjenige, der eine ganz andere Sicht der Dinge hat als der Richter oder der Staatsanwalt. Denn er war entweder beim Tatgeschehen dabei oder hat aber seine Informationen aus erster Hand. Er ist aber auch derjenige, der absolut nichts zu entscheiden hat, und darf nur auf das antworten, wozu er befragt wird. Er befindet sich in einer denkbar schlechten, passiven Position. Dann gibt es noch den Rechtsanwalt oder Pflichtverteidiger. Er ist derjenige, der die Spuren zu verwischen versucht, derjenige, den die Wahrheit nicht interessiert. Der, der sich gegen Bezahlung vor Gericht gegen das Opfer stellt und ausschließlich die Interessen des Angeklagten vertritt. Das Opfer ist ihm dabei meist völlig gleichgültig. Sein Bestreben ist es, das Beste für seinen Mandanten zu erreichen. Ihm geht es fast ausschließlich darum, den Fall zu gewinnen, und der Zeuge ist dabei sein potenzieller Gegner, zumindest, wenn er nicht der Zeuge der Verteidigung ist. Zwischen den Fronten, Richter, Staatsanwalt und Verteidigung, befindet sich der Zeuge, ohne Rechte und nur alleine auf sich gestellt. Er ist all dem schutzlos ausgeliefert. Woher nimmst du die Gewissheit, dass es dir nie passieren wird?

Mein Fazit:

Beeindruckend schildert M. Winter die wahre Begebenheit und macht damit deutlich, dass in unserer Gesellschaft häufig nur von Tätern und Opfern die Rede ist. Doch welche weiteren Schicksale mit diesen verbunden sein können, bleibt oft verborgen. M. Winter zeigt mit ihrer Autobiografie, dass es sich zu kämpfen lohnt, auch wenn man nicht Täter oder Opfer ist. Ein Buch das Mut macht.

Viel Spaß beim Lesen! Eure Steffi